21
Nov 2014

Lebendige Literatur an der Gustav-Heinemann-Realschule

Janet Clark liest aus ihrem aktuellen Jugendthriller „Singe, fliege, Vöglein stirb“ für die Klassen 9 und 10 – Eine Autorenlesung im Rahmen des 
80-jährigen Jubiläums der Lebendigen Bibliothek Bottrop am Tag des Vorlesens

Autorenlesungen stellen einen wichtigen Bestandteil von schulischer Lesekultur und Leseförderung dar, denn sie holen „mehr Literatur anders in die Schule“. Die Schüler erfahren eine lebendige Literatur durch die persönliche Begegnung mit der Autorin.
Am Tag des Vorlesens, 21.11.2014, hatten Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10 Gelegenheit, die Autorin Janet Clark zu erleben, wie sie Passagen aus ihrem aktuellen Jungendthriller „Singe, fliege, Vöglein stirb“ liest.
Das Jugendbuch von Janet Clark wird aus zwei Perspektiven erzählt, der von Ina, einer 18-Jährigen, und ihrem Freund Aaron. Ina findet die Leiche der Mitschülerin Casey und gleichzeitig Aarons Nachhilfeschülerin. Aaron wird als Letzter, der Casey sah, von der Polizei verdächtigt. Noch am selben Tag entdeckt Ina eine Facebook-Seite, auf der Aaron schon als tatsächlicher Mörder dargestellt wird. Es bildet sich aufgrund eines Aufrufs über diese Seite eine wütende Menge vor der Polizeiwache. Aarons Wohnung wird zerstört und auch Ina gerät als Aarons Freundin mit ins Kreuzfeuer. Außerdem gab es noch einen Brand in dem Labor der Eltern von Casey und Janosh taucht auf, der etwas damit zu tun haben soll und den Ina aufgrund eines Geheimnisses, welches die beiden teilen, schützen muss. So versinkt die Welt von Aaron und Ina in Lügen, bis sie nicht einmal mehr sich selbst trauen können.
Die Stiftung Lesen schreibt zu diesem Buch:
 „Ein wirklich spannender Jugendkrimi zum Thema Mobbing, der nachvollziehbar schildert, wie schnell man von der Opfer- auf die Täterseite wechseln kann – und zu welchem Preis!“
Nach der eigentlichen Lesung gab es für die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, der Autorin Fragen zu stellen. 
Sie gewannen dabei Einblicke in den Beruf des Autors mit seinen Anforderungen und Schwierigkeiten. Frau Clark erklärte den Schülerinnen und Schülern, dass sie ursprünglich in der Wirtschaft gearbeitet hat und einen gut bezahlten Beruf ausübte. Ihre Liebe zum Geschichtenerzählen wurde von ihrer Familie und von Freunden geliebt und gefördert, sodass sie sich entschied, das Handwerk einer Autorin innerhalb von vier Jahren zu erlernen und sich auf diesen harten Beruf mit finanziellem Wagnis einließ. Weiterhin erfuhren die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel, dass Janet Clark circa 9 bis 12 Monate an einem Buch arbeitet und nur 5% aller Autoren von ihrer Arbeit leben.
Auch lernten sie den Entstehungsprozess von literarischen Texten und die Überlegungen sowie die persönlichen Erfahrungen der Schriftstellerin kennen, welche die Entstehung des Buchs „Singe, fliege, Vöglein stirb“ beeinflusst haben. 
Die Vorlage des Buches bildet einen Vorfall aus dem Jahr 2012 in Emden, als eine Elfjährige vergewaltigt und ermordet wurde. Daraufhin brach im Internet ein Shitstorm gegen einen Verdächtigen aus, welcher danach sein Haus kaum noch verlassen konnte. 
Dieser Vorfall beeindruckte Janet Clark derart, dass sie das Thema „Cybermobbing“ in ihrem aktuellen Buch verarbeitete.